In Madonna di Campiglio gibt es ein Netz aus 18 markierten Schneeschuhtouren, angelegt vom örtlichen Tourismusverband APT und nummeriert von 1 bis 17 plus 10B. Sie starten im Ortszentrum, in Sant'Antonio di Mavignola, in Campo Carlo Magno und an den Kabinenbahnen Spinale und Patascoss. Die Spanne reicht vom 40-minütigen Spaziergang im Wald bis zum dreistündigen Aufstieg über die Baumgrenze, zwischen Brenta-Dolomiten und Presanella.
Gehzeiten, Höhenmeter und Schwierigkeitsgrade stammen aus der Karte der Schneewanderungen der APT Madonna di Campiglio, die für alle Touren auch GPS-Tracks bereitstellt. Die Bedingungen ändern sich mit jedem Schneefall, deshalb lohnt sich vor dem Start eine Nachfrage im APT-Büro oder bei einem Bergführer.
Wo man in Madonna di Campiglio Schneeschuhwandern gehen kann
Das Winternetz der APT deckt den Talkessel von Madonna di Campiglio ab, von Campo Carlo Magno im Norden bis Sant'Antonio di Mavignola im Süden. Jede Tour hat eine Nummer, die man im Gelände auf kleinen Fähnchen mit der Aufschrift "Winter Trails" wiederfindet.
Die Strecken werden jede Woche kontrolliert. Fünf davon werden innerhalb von 24 Stunden nach jedem Schneefall ab 10 Zentimetern präpariert: die Strada di Ritorto, der Abschnitt von Campo Carlo Magno zur Malga Mondifrà, der Sentiero dei Siori zum Aussichtspunkt Panorama, die Tour zum Lago di Nambino und der Abschnitt vom Rio Falzè zur Malga di Vigo.
Der Ort liegt zwischen zwei Gebirgsgruppen, und die Touren teilen sich entsprechend auf. Im Osten, unter den Brenta-Dolomiten, liegen der Monte Spinale, die Vallesinella und das Val Brenta; im Westen, auf der Seite der Presanella, Patascoss, die Malga Ritorto, der Lago di Nambino und die 5 Laghi. Mehrere Touren, etwa in der Vallesinella und im Val Brenta, führen in den Naturpark Adamello Brenta, das größte Schutzgebiet im Trentino.
Zwei italienische Begriffe kommen in den Tourennamen immer wieder vor: Malga steht für Alm, Rifugio für Berghütte. Mehrere Almen bieten auch im Winter Einkehr.
Vallesinella, Malga Ritorto und Lago di Nambino sind auch Ziele der Sommerwanderungen rund um Madonna di Campiglio. Im Winter ändern sich Untergrund und Gehzeiten, die Ziele bleiben dieselben.
Schneeschuhtouren in Madonna di Campiglio: Gehzeiten, Höhenmeter und Schwierigkeit
Die Tabelle zeigt die meistbegangenen Touren mit den offiziellen Angaben der APT. Die Gehzeit gilt entweder für Hin- und Rückweg oder nur für den Hinweg, wie auf der Karte.
Die wichtigsten Schneeschuhtouren in Madonna di Campiglio | APT-Tour | Start und Ziel | Gehzeit und Höhenmeter | Schwierigkeit | Einkehr |
| Nr. 1 Panorama, Sentiero dei Siori | Ortszentrum, Aussichtspunkt Panorama | 1 Std. 30 Min. hin und zurück, 100 Hm | Leicht | Keine |
| Nr. 3 Strada di Ritorto | Patascoss (1.750 m), Malga Ritorto | 40 Min. Hinweg, 100 Hm | Spaziergang | Malga Ritorto |
| Nr. 2 Ritorto, Malga Ritorto | Ortszentrum, Malga Ritorto (1.746 m) | 2 Std. 40 Min. hin und zurück, 235 Hm | Mittel | Malga Ritorto |
| Nr. 4 Val Nambino, Lago di Nambino | Piana di Nambino (1.635 m), Lago di Nambino | 2 Std. 10 Min. hin und zurück, 255 Hm | Mittel | Rifugio Lago Nambino (1.770 m) |
| Nr. 5 Piana delle Malghette, Malga di Vigo | Campo Carlo Magno, Malga di Vigo (1.803 m) | ca. 2 Std. hin und zurück, 160 Hm | Mittel | Malga di Vigo, Cascina Zeledria |
| Nr. 9 Spinale, Terrazza sul Brenta | Monte Spinale, bis kurz vor das Rifugio Boch | ca. 1 Std. Hinweg, 70 Hm | Mittel | An der Bergstation |
| Nr. 10B Spinale, Monte Spinale | Talstation der Kabinenbahn Spinale, Gipfel des Monte Spinale | 2 Std. Hinweg, 582 Hm | Anspruchsvoll | Malga Fevri, Chalet Fiat |
| Nr. 11 Vallesinella, Sentiero dell'Arciduca | Località Palù, Cascate di Mezzo | 2 Std. 30 Min. hin und zurück, 125 Hm | Mittel | Keine |
| Nr. 13 Vallesinella, Cascate di Mezzo | Prà de la Casa, Cascate di Mezzo | 2 Std. 30 Min. hin und zurück, 250 Hm | Mittel | Prà de la Casa |
| Nr. 16 Patascoss, 5 Laghi | Patascoss, Rifugio 5 Laghi | 1 Std. Hinweg, 330 Hm | Anspruchsvoll | Rifugio 5 Laghi |
Die Schwierigkeitsgrade sind die der APT. Mittelschwere Touren setzen Erfahrung auf unebenem Gelände voraus; anspruchsvolle sind lang oder liegen hoch, wo Wind und Nebel die Sicht stark einschränken können.
Leichte Schneeschuhtouren in Madonna di Campiglio, auch mit Kindern
Vom Ortszentrum aus ist Nr. 1, der Sentiero dei Siori, die einfachste Tour. Sie steigt 100 Höhenmeter durch Tannen- und Lärchenwald oberhalb von Madonna di Campiglio zum Aussichtspunkt Panorama, mit Blick auf das Rendenatal und die Brenta-Dolomiten, in etwa anderthalb Stunden hin und zurück.
Nr. 3, die Strada di Ritorto, ist als Spaziergang eingestuft. Mit der Kabinenbahn geht es vom Colarin nach Patascoss auf 1.750 m, von dort sind es rund 2 Kilometer fast eben bis zur Malga Ritorto, in 40 Minuten. Auf etwa 100 Metern verläuft der Weg neben der Piste, deshalb auf Skifahrer achten; zurück geht es auf demselben Weg und dann mit der Kabinenbahn.
Für Familien zählen vor allem zwei Dinge: die Gesamtdauer samt Rückweg und eine Einkehrmöglichkeit am Ziel. Die Strada di Ritorto bietet beides und passt gut in einen Skiurlaub mit Kindern in Madonna di Campiglio, zwischen zwei Skitagen.
Schneeschuhwandern am Spinale: Terrazza sul Brenta und Aufstieg zum Monte Spinale
Die Kabinenbahn Spinale Express fährt vom Ort in 6 Minuten auf 2.100 m. An der Bergstation beginnt Tour Nr. 9, die Terrazza sul Brenta: etwa eine Stunde über die Hochfläche des Spinale, mit 70 Höhenmetern, bis kurz vor das Rifugio Boch. Die Route verläuft oberhalb der Baumgrenze, mit den Brenta-Dolomiten gegenüber, und liegt den Großteil des Tages in der Sonne.
Die APT stuft sie wegen der Höhe als mittelschwer ein: Dort oben können starker Wind und Nebel die Sicht einschränken und die Orientierung erschweren. Bei schlechtem Wetter ist eine Tour im Wald die bessere Wahl.
Wer zu Fuß aufsteigen will, nimmt Nr. 10B. Sie beginnt an der Talstation der Kabinenbahn und erreicht den Gipfel des Monte Spinale in etwa 2 Stunden, mit 582 Höhenmetern und einer möglichen Einkehr auf der Malga Fevri auf 1.950 m; zurück geht es zu Fuß oder mit der Kabinenbahn.
Nr. 10, die Via dei Fevri, folgt derselben Route bis zur Malga Fevri und führt weiter am Lago Spinale vorbei zum Rifugio Graffer, mit 3 Stunden Aufstieg und 755 Höhenmetern. Die APT stuft 10 und 10B als anspruchsvoll ein.
Das Chalet del Sogno liegt direkt neben der Talstation der Kabinenbahn Spinale Express: Gäste gehen zu Fuß zum Start der Touren 10 und 10B und erreichen Tour 9 mit der Bahn. Zurück im Hotel bietet die Oasi del Sogno Spa eine Finnische Sauna mit rund 90 °C, eine Biosauna, ein Türkisches Bad, einen Whirlpool und ein Hallenbad.
Vallesinella mit Schneeschuhen: gefrorene Wasserfälle und Malga Brenta Bassa
Die Vallesinella zieht von Madonna di Campiglio hinauf in die Brenta-Dolomiten. Tour Nr. 11, der Sentiero dell'Arciduca, beginnt in der Località Palù, zu Fuß vom Zentrum erreichbar, und führt in zweieinhalb Stunden hin und zurück zu den Cascate di Mezzo, den mittleren Wasserfällen, mit 125 Höhenmetern. Die APT beschreibt sie als lang und ohne schwierige Stellen.
Im Winter gefriert der mittlere Wasserfall und wird zum Ziel für Eiskletterer. Nr. 13 führt von unten dorthin: Start ist in Prà de la Casa in Sant'Antonio di Mavignola, vorbei am Rifugio Cascate di Mezzo (1.410 m) und an der Holzbrücke über die Fälle, in zweieinhalb Stunden hin und zurück mit 250 Höhenmetern.
In Prà de la Casa beginnt auch Nr. 12, eine Runde im Val Brenta von 2 Stunden 20 Minuten und 150 Höhenmetern über die Malga Brenta Bassa, die Malga Fratte und Plaza. Von der Lichtung der Malga Brenta Bassa sieht man den Crozzon di Brenta.
Malga Ritorto, Lago di Nambino und 5 Laghi: die Touren auf der Seite der Presanella
Die Malga Ritorto auf 1.746 m erreicht man vom Ortszentrum auch über Tour Nr. 2: 2 Stunden 40 Minuten hin und zurück und 235 Höhenmeter, der steilste Teil liegt am Anfang. Die APT führt die Alm als Einkehrmöglichkeit.
Nr. 4 führt von der Piana di Nambino auf 1.635 m zum Lago di Nambino, wo das Rifugio Lago Nambino auf 1.770 m steht. Die Tour dauert 2 Stunden 10 Minuten hin und zurück, mit 255 Höhenmetern und etwas unebenem Gelände.
Nr. 16 steigt von Patascoss über Casinel in einer Stunde zum Rifugio 5 Laghi, mit 330 Höhenmetern. Sie ist eine der vier anspruchsvollen Touren des Netzes, weil sie hoch liegt und dem Wind ausgesetzt ist.
Weiter nördlich beginnt Nr. 5 am Langlaufzentrum Campo Carlo Magno und erreicht die Malga di Vigo auf 1.803 m in etwa 2 Stunden hin und zurück, mit 160 Höhenmetern. Die Tour ist lang und ohne schwierige Stellen; Einkehr bieten die Malga di Vigo und die Cascina Zeledria.
Beste Zeit zum Schneeschuhwandern in Madonna di Campiglio
Schneeschuhwandern richtet sich nach dem Schnee, die Saison entspricht also dem Winter in Madonna di Campiglio, von Ende November bis in die erste Aprilhälfte. Welche Strecken schon präpariert sind, hängt vom Schneefall ab; Auskunft gibt das APT-Büro in der Via Pradalago 4.
Zu Saisonbeginn, zwischen Ende November und Dezember, haben die höheren Touren, etwa am Spinale, meist mehr Schnee als die Waldwege nahe am Ort. Im Dezember sind außerdem die Tage am kürzesten: Am besten startet man am Vormittag, um bei Tageslicht zurück zu sein.
Im März werden die Tage länger und die Sonne wärmt stärker. Morgens ist der Schnee fest und gut begehbar, in den warmen Stunden wird er schwer; bei Frost und Tauwetter rät die APT zur Vorsicht vor Eis, vor allem auf sonnigen Abschnitten.
Die langen Tage am Saisonende lassen auch Zeit für einen Vormittag mit Schneeschuhen und ein paar Stunden Skifahren im März in Madonna di Campiglio.
Ausrüstung für Schneeschuhtouren: was man braucht und wo man sie leiht
Für eine Schneeschuhtour auf den APT-Strecken braucht man:
- Schneeschuhe, passend zum eigenen Gewicht und zur Schneeart;
- Stöcke mit breiten Schneetellern;
- wasserdichte, knöchelhohe Wanderschuhe, bei Neuschnee mit Gamaschen;
- Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, Handschuhe, Mütze und eine winddichte Jacke;
- Sonnenbrille und Sonnencreme, weil die Schneereflexion in der Höhe stark ist;
- Wasser oder ein warmes Getränk und ein geladenes Handy.
Auf den präparierten Waldwegen kann man laut APT statt Schneeschuhen auch Grödel tragen. GPS-Tracks aller Touren stehen auf der Website der APT zum Download bereit, zusammen mit der vollständigen Karte und einer Taschenversion.
Wer keine Schneeschuhe hat, kann an einer geführten Tour teilnehmen, bei der Schneeschuhe und Stöcke meist inbegriffen sind, oder welche leihen: Wo, weiß das APT-Büro.
Sicherheit beim Schneeschuhwandern: Lawinenreport, LVS-Gerät und Skipisten
Vor dem Start sollte man den Wetterbericht und den Lawinenreport der Euregio Tirol, Südtirol, Trentino unter lawinen.report prüfen. Auf den hoch gelegenen Touren nennt die APT starken Wind und Nebel als größte Gefahren, weil sie Sicht und Orientierung einschränken.
Das italienische Gesetzesdekret 40/2021 schreibt in Artikel 26 LVS-Gerät (in Italien ARTVA genannt), Schaufel und Sonde für alle vor, die in verschneitem Gelände mit Lawinengefahr auf Skitour, abseits der Piste oder mit Schneeschuhen unterwegs sind. Ob die Pflicht gilt, hängt also von der Tour und den Bedingungen des Tages ab, die der Lawinenreport einzuschätzen hilft; im Zweifel ist ein Bergführer die einfachste Lösung.
Die Skipisten gehören den Skifahrern. Die APT-Karte verbietet, sie mit Schneeschuhen zu überqueren, und die Touren sind getrennt von den Pisten angelegt; an den wenigen Stellen, an denen eine Tour neben einer Piste verläuft, etwa am Anfang der Strada di Ritorto, ist Vorsicht vor Skifahrern geboten.
Im Notfall wählt man die 112, den europäischen Notruf, der auch die Bergrettung alarmiert.
Geführte Schneeschuhtouren in Madonna di Campiglio
Die Bergführer der Gegend bieten Schneeschuhtouren von etwa 3 Stunden an, auch für Einsteiger und Familien, dazu Touren bei Sonnenuntergang mit Aperitivo. Zwischen Pinzolo und Madonna di Campiglio gibt es außerdem Ausflüge mit Huskys, und Schneeschuhe und Stöcke sind meist im Preis enthalten.
Mit einem Bergführer kann man auch Touren abseits des markierten Netzes gehen, ausgewählt nach den Schneeverhältnissen des Tages. Für alle ohne Erfahrung im winterlichen Gebirge ist das der einfachste Weg auf die hoch gelegenen Touren, wie die APT selbst empfiehlt.